Hydrauliksysteme sind beeindruckend leistungsfähige Maschinen, aber leider nicht unfehlbar. Eine präventive Instandhaltung und regelmäßige Inspektionen sind entscheidend, um diese Ausfallursachen zu minimieren und die Betriebssicherheit zu gewährleisten. Hast du ein spezielles Problem mit einem Hydrauliksystem oder suchst du allgemeine Tipps zur Wartung. Die häufigsten Fehler an Hydrauliksystemen sind:

  • Verunreinigte Hydraulikflüssigkeit: Verunreinigungen können zu Verschleiß und Schäden an Komponenten wie Ventilen und Pumpen führen.
  • Lecks im System: Diese können an Rohrverbindungen oder durch lose Armaturen entstehen und führen zu einem Druckverlust.
  • Mechanische Defekte: Verschmutzungen im Ansaugtrakt, verstopfte Abluftfilter oder defekte Ventile können ungewöhnliche Geräusche verursachen. Abnutzung oder mechanische Schäden an Komponenten wie Pumpen, Ventilen oder Zylindern können zu Ausfällen führen.
  • Probleme mit der Hydraulikpumpe: Eine nicht anspringende Pumpe oder ein zu schneller Druckanstieg können auf ein Leck oder ein defektes Rückschlagventil hinweisen.
  • Ungeeignete Schlauchverlegung: Ungünstige Verlegung der Schlauchleitungen kann die Leistung verschlechtern und zu unerwartet geringem Systemdruck führen.
  • Temperaturprobleme: Hydrauliköl ist empfindlich gegenüber hohen Temperaturen, die das Öl zersetzen und die Systemleistung verringern können.
  • Fehlanpassungen: Unsachgemäße Installation oder Einstellung von Komponenten kann zu Fehlfunktionen und ineffizientem Betrieb führen.
  • Fehlende Wartung: Regelmäßige Wartung und Inspektion sind entscheidend, um diese Fehler zu vermeiden und zu erkennen.
  • Falsche Verwendung: Unsachgemäße Handhabung oder Verwendung des Hydrauliksystems kann ebenfalls zu Ausfällen führen.

Regelmäßige Wartung und die Verwendung von sauberer Hydraulikflüssigkeit können viele dieser Probleme verhindern.

1. Luft- und Wasserverschmutzung:

Die Hauptursache für Hydraulikausfälle ist Luft- und Wasserverschmutzung, die etwa 80 bis 90 % aller Probleme ausmacht. Diese Arten von Verunreinigungen können durch fehlerhafte Pumpen, Systemverstöße oder temperaturbedingte Probleme entstehen.

Kavitation: Kavitation entsteht, wenn das Hydrauliköl etwa 9 % gelöste Luft enthält, die von der Pumpe abgesaugt werden kann und implodieren. Dieser Prozess führt im Laufe der Zeit zu Pumpenschäden und Verschleiß an umliegenden Komponenten. Kavitation lässt sich erkennen, indem man auf ein deutliches Jaulen der Hydraulikpumpe achtet.

Belüftung:  Eine Belüftung erfolgt, wenn Luft von einer externen Quelle in den Pumpenhohlraum eindringt. Häufig sind lose Verbindungen oder Undichtigkeiten im System für dieses Problem verantwortlich. Die Belüftung macht sich durch ein klopfendes Geräusch bemerkbar, während die Pumpe in Betrieb ist.

Wasserverschmutzung ist ein weiteres weit verbreitetes Problem in Hydrauliksystemen und wird typischerweise durch Systemlecks oder Kondensation aufgrund von Temperaturschwankungen verursacht. Im Laufe der Zeit kann Wasser hydraulische Komponenten durch Oxidation und Gefrierschäden zersetzen. Ein milchiges Aussehen in der Hydraulikflüssigkeit ist ein verräterisches Zeichen für Wasserverschmutzung.

2. Temperaturprobleme

Die Aufrechterhaltung der optimalen Temperatur in Hydrauliksystemen ist entscheidend, um langfristige Probleme zu verhindern. Wenn die Temperatur zu hoch oder zu niedrig ist, können verschiedene Herausforderungen entstehen, die nachteilige Folgen haben. Schauen wir uns einige dieser Symptome genauer an:

Flüssigkeitsverdünnung

Übermäßige Hitze kann dazu führen, dass Hydraulikflüssigkeiten dünner werden, was ihre Schmiereigenschaften beeinträchtigt und die Wahrscheinlichkeit von Leckagen erhöht. Dies kann die Gesamteffizienz und Leistung des Systems beeinträchtigen.

Flüssigkeitsoxidation:

Wenn Hydraulikflüssigkeit extremer Hitze ausgesetzt wird, kann es oxidieren und eindicken. Diese Verdickung kann zur Bildung von Ablagerungen im System führen, wodurch der Flüssigkeitsfluss eingeschränkt und seine Fähigkeit zur effektiven Wärmeableitung beeinträchtigt wird.

Flüssigkeitsverdickung:

Andererseits können niedrige Temperaturen dazu führen, dass Hydrauliköl viskoser wird, wodurch es für das Öl schwieriger wird, die Pumpe zu erreichen. Wenn das System starken Belastungen ausgesetzt wird, bevor das Öl eine Temperatur von 70 Grad oder mehr erreicht, kann es zu Kavitation und möglichen Schäden am System kommen.

Die Hauptursache für den Wärmestau ist oft eine schlechte Wärmeableitung, während übermäßig kühle Temperaturen typischerweise durch Umweltfaktoren verursacht werden.

3. Flüssigkeitsniveau und -qualität

Der Füllstand und die Qualität der Hydraulikflüssigkeit spielen eine wichtige Rolle für die Leistung des Hydrauliksystems. Unzureichende Flüssigkeitsstände und unzureichende Filterung können zu einer Luftverschmutzung führen, während verunreinigte Flüssigkeiten zu temperaturbedingten Problemen beitragen können. Darüber hinaus können Lecks beide Probleme noch verschlimmern.

Die Verwendung der richtigen Art von Hydraulikflüssigkeit ist von entscheidender Bedeutung, da verschiedene Anwendungen kompatible Flüssigkeiten erfordern. Es sind sogar spezielle Öloptionen erhältlich, die eine verbesserte Beständigkeit gegen temperaturbedingte Probleme bieten. Einige Öle sind mit Anti-Verschleiß- und Anti-Schaum-Additiven formuliert, die zusätzlichen Schutz vor Verschleiß bzw. Luftverschmutzung bieten.

4. Menschlicher Fehler

Menschliches Versagen ist häufig die Ursache vieler Probleme im Hydrauliksystem. Mehrere häufige Fehler können dazu führen, dass die Hydraulikpumpe keinen Druck aufbaut. Es ist wichtig, sich dieser potenziellen Fallstricke bewusst zu sein, um sie zu vermeiden:

  • Fehlerhafte Installationen: Eine unsachgemäße Installation einer Komponente innerhalb eines Hydrauliksystems kann zu erheblichen Fehlern führen. Wenn sich beispielsweise die Pumpenwelle in die falsche Richtung dreht, kann dies den Druckaufbau negativ beeinflussen. Ebenso können falsch montierte Rohre zu Undichtigkeiten führen und die Gesamtleistung des Systems beeinträchtigen.
  • Inkompatible Teile: Unerfahrene Installateure können unbeabsichtigt nicht übereinstimmende Komponenten kombinieren, was zu Funktionsausfällen führt. Beispielsweise kann der Motor einer Pumpe über die maximale Antriebsgeschwindigkeit hinaus laufen, was zu Ineffizienz und möglichen Schäden führt.
  • Unsachgemäße Wartung oder Verwendung: Die Verwendung von Hydrauliksystemen über ihre Betriebsfähigkeit hinaus oder die Vernachlässigung regelmäßiger Wartung gehören zu den häufigsten Ursachen für Schäden an Hydrauliksystemen. Diese Probleme können jedoch durch die Implementierung aktualisierter Wartungsrichtlinien und umfassender Schulungsprogramme leicht behoben werden.

Durch die Behebung von Temperaturproblemen, die Sicherstellung ordnungsgemäßer Flüssigkeitsstände und -qualität sowie die Reduzierung menschlicher Fehler können Sie die Zuverlässigkeit und Langlebigkeit Ihres Hydrauliksystems erheblich verbessern.

Von Ingo Senf

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